TIER DER WOCHE

Fastenspeise

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

"Es muss feste Bräuche geben"

Der Fuchs zum kleinen Prinzen bei

Antoine de Saint-Exupéry

Jetzt ist wieder Schluss mit lustig. Für Christen, also 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung, beginnt jetzt die 40-tägige Fastenzeit. Einfachen Agnostikern sind die Regeln dieses religiösen Rituals nicht immer ganz einsichtig, da diese Periode in Wirklichkeit 45 Tage dauert. Aber schließlich hat ja die Kirche im Lauf der Zeit ihre gottgewollten Vorgaben zum Hungern kontinuierlich angepasst, und so ist ein, hmm, differenzierteres Regelwerk entstanden. Im Mittelalter galt ein striktes Verbot aller Fleisch- und Milchprodukte, der so genannten Laktizinien. Eier hatten den Status von "flüssigem Fleisch" und waren daher ebenfalls zu meiden. Im 15. Jahrhundert wurden die Fastengesetze etwas gelockert, und Papst Julius III. erteilte allen Christen Dispens für Butter, Öl, Eier, Käse und Milch. Da manche Mönche die Parole "Wer schon fasten muss, soll wenigstens gut essen" ausgaben, erweiterte


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