Liebesschmerz light

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 10/04 vom 03.03.2004

THEATER Im Wettstreit zwischen Vernunft und Gefühl, Tragödie und Komödie entscheidet sich Igor Bauersima in seiner "Bérénice de Molière" für die leichte Muse. 

Der Schweizer Autor und Regisseur Igor Bauersima ist ein smarter Aufdecker, der die Kunst auf ihren doppelten Boden hin untersucht, den jeweiligen Kontext hinterfragt und noch hinter jeder Wahrheit ein manipulatives Eigeninteresse aufdeckt. Bauersimas eigene Stücke (am bekanntesten "norway.today", in dem die Welt des Internets auf die Wirklichkeit prallt) erinnern von ihrer Bauart an jene der bekannten russischen Puppen: Nicht immer besonders tief schürfend, aber meist auf ziemlich unterhaltsame Weise wird da vorgeführt, wie sich stets noch eine Puppe in der nächstgrößeren versteckt. In Neil LaButes "das maß der dinge", das Bauersima fürs Akademietheater inszenierte, geht es um Betrug im Namen der Kunst: Eine Kunststudentin macht einen jungen Mann in sich verliebt, verpasst ihm ein geistiges und körperliches Upgrading,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige