Die Nackten und die Roten

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 10/04 vom 03.03.2004

FILM Bernardo Bertoluccis "Die Träumer" rekonstruiert den Mai 1968 als eine infantile Mischung aus Sex, Demos und Cinephilie. 

Verhinderte Revolutionäre findet man im Kino. Bohemiens, die "Kinder von Marx und Coca-Cola", introvertierte expatriates: Sie alle sitzen in der Cinémathèque Française in Paris, zumindest auf Augenhöhe mit ihren Helden, die ganz fanatischen Cinephilen überhaupt in der ersten Reihe.

  Mit dieser nostalgischen Rückblende auf die (eigene?) Kino-Sozialisation beginnt "Die Träumer" ("The Dreamers"), Bernardo Bertoluccis Spielfilm über den Mai 1968. Matthew (Michael Pitt, ihm ähnlich, aber nicht verwandt mit Beau Brad Pitt) bekennt sich zur ersten Reihe Mitte - "damit ich als erster die Bilder sehe". Matthew ist ein Amerikaner in Paris, selbst eine Figur wie aus einem Film, der Amerika erst in Europa, über die Leidenschaft der französischen Intelligenz für die B-Movies der Vierziger- und Fünfzigerjahre kennen lernt.

  Auf diese Weise kommt Matthew auch


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