Bussi, Bussi!

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 10/04 vom 03.03.2004

KÜSSEN Was wurde nur aus dem guten, alten Händedruck? Statt auf vornehme Distanz zu gehen, wird das Küssen immer mehr zur allgemein gültigen, penetranten Begrüßungsformel. Woher kommt das Küssen, wie haben sich die Rituale im Lauf der Zeit verändert und wieso geben wir so gerne Bussis? 

Die Kinder im ausverkauften Urania-Puppentheater sind ganz aus dem Häuschen. Kasperl, Pezi und die anderen haben wieder einmal eines ihrer Abenteuer durchgemacht und zum Abschied holen sich die Puppen ihren Lohn ab. "Bussi, Bussi!", fordert der beliebte lispelnde Drache Dagobert von den kleinen Zuschauern - und das Unfassbare geschieht: 200 Kinder schürzen ihre Lippen und schmatzen Richtung Bühne.

  Nichts anderes passiert auf Partys und Empfängen, bei Vernissagen, Premieren oder Fernsehshows, privaten Einladungen und offiziellen Anlässen. Man küsst und herzt einander, als hätte wer "Bussi, Bussi" gerufen. Was ist bloß aus dem kräftigen Händedruck geworden? Auf die Lippen, aus dem Sinn:


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