STANDPUNKT

Pilz nach Kärnten!

Politik | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Der Einzug der Grünen in den Kärntner Landtag verkam im Siegestaumel der Blauen zu einer kleinen Meldung. Dabei könnte ihr Debüt, wenn es denn professionell angegangen wird, die verfilzte politische Landschaft Kärntens etwas verändern. Rot und Schwarz hatten es bislang ja vorgezogen, Jörg Haider selbst im Wahlkampf möglichst sanft anzufassen. Legendär ist Peter Ambrozys Ausspruch, mit Haider "noch nie negative Erfahrungen gemacht zu haben" (siehe auch Dolm der Woche). Als der U-Ausschuss über Haiders "private" Reisen zu Saddam tagte, spielten Rot und Schwarz ihre Informationen erst an die Öffentlichkeit, als man sie darum förmlich anflehte. Eine fatale Strategie. Denn offensive Oppositionsarbeit (siehe Grasser) scheint das Volk durchaus zu honorieren. Bundesweite Bekanntheit bekam der grüne Spitzenkandidat Rolf Holub erst, als er - mit Schützenhilfe Eva Glawischnigs - den ungenierten Griff der Kärntner Parteien in den Staatssäckel zu Wahlkampfzwecken thematisierte. Hinter solchen Erfolgen steckt mühseliges Akten- und Gesetzesstudium intelligenter Klubmitarbeiter. Informanten müssen aufgebaut, Kontakte zu überregionalen kritischen Medien gepflegt werden. Fleißige "Dreckstierler" werden in Haiders Landen süffisante Skandale aufdecken können. Pilz, Kogler & Co sollten sofort Nachhilfe in Kärnten geben. F. K.


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