GERNOT RUMPOLD

Werbung für Jörg und Franz

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Ein Kärntner politisiert am Würstlstand über Haider: "An Bessern kriag ma nimma." Kurz darauf ist der Spruch auf Plakatwänden im ganzen Land zu lesen. So erzählen es zumindest Kärntner Freiheitliche. Der Würstlstand-Besuch ihres Werbegurus Gernot Rumpold bescherte der Kärntner FPÖ über 42 Prozent. Vergangene Woche wurde nun bekannt, dass der Freiheitliche auch dem möglichen Präsidentschaftskandidaten Franz Fiedler in die Hofburg helfen könnte.

  Ein Gespür für politische Trends hat der gelernte Heizungstechniker oft bewiesen. "Wenn Rumpold wittert, dass Wahlen drohen, reserviert er sofort die besten Plakatflächen", heißt es aus der SPÖ. Mit 21 Jahren lernte der FPÖ-Werber den jungen Nationalratsabgeordneten Jörg Haider kennen, 17 Jahre blieb der Villacher an seiner Seite, neun Jahre davon als FPÖ-Bundesgeschäftsführer. Als "Mann fürs Grobe" in Haiders Buberlpartie hat er einst gemeinsam mit Susanne Riess-Passer und Peter Westenthaler über Nacht den gesamten Führungskader der Salzburger FPÖ abgesetzt. Nachdem die FPÖ fast um dreißig Millionen Schilling (circa 2,18 Millionen Euro) umgefallen wäre, weil Rumpold den Antrag auf Wahlkampfkosten-Rückerstattung vergessen hatte, zog er sich 1999 zurück und machte sich mit einer Werbeagentur selbstständig. Die blauen Wahlkämpfe - darunter das gelbe "Stopp der Überfremdung"-Plakat der Wiener FPÖ - organisierte er weiterhin. Nebenbei machte seine Agentur Media Connection Austria PR-Arbeit für FPÖ-Sozialministerin Elisabeth Sickl und warb für den Eurofighter-Konzern EADS.

  Bevor er die Freiheitlichen für die EU-Wahl rüstet, soll nun noch Fiedler hofburgtauglich gemacht werden. Dabei hätte er das gar nicht nötig. Denn: "Wenn ich die Zeit zusammenzähle, in der ich mit dem Jörg durch die Discos getourt bin, bin ich schon pensionsberechtigt."


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