PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

"Weniger Geld für die gleiche Arbeit", lautete die Schlagzeile des U-Express am Montag, dem internationalen Frauentag. Und die Kronen Zeitung, die sonst Fakten und Kommentare penibel trennt, ließ sich dazu hinreißen, einen Bericht über die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen mit diesem Satz zu beenden: "Bleibt zu hoffen, dass die Vorschläge nach dem 8. März nicht wieder vergessen werden ..." Ganz anders der deutsche Boulevard. Dort stand auf Seite 1: "Heute ist Frauentag! Bild sucht das schönste Dekolleté Deutschlands". Auf der nächsten Seite schilderte Franz Josef Wagner, was er sich unter einem richtigen Frauentag vorstellt: "Nur ein Beispiel von gestern Nacht in meiner Kneipe, wo ich mein Essen kriege. Eine Frau saß neben mir, wir sprachen ein bisschen übers Leben - und ich dachte: Jetzt nimm ihre Hand, streck einfach deine Hand aus - egal was passiert. Als ich es tat, sagte sie: ,Ist Ihnen nicht wohl?' Blubb. Aus." Wagner bleibt trotzdem ein Frauenfreund, seine Kolumne endete so: "Einen schönen Frauentag wünsche ich Ihnen trotz allem." Dem schloss sich die Internetausgabe der Bild-Zeitung an. Wo sich sonst nackte Stripperinnen räkeln, machte sich am Montag "Björn" frei.


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