Blinde Flecken

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

KUNST Die Otto-Muehl-Schau im MAK spekuliert mit dem Skandal, verschweigt den ausbeuterischen Produktionszusammenhang der Muehl'schen Kunst und konfrontiert den Besucher mit abenteuerlich schlechten Bildern. 

Das aufschlussreichste Bild des Künstlers und Lebensreformers Otto Muehl hängt nicht in der Ausstellung des Wiener Museums für angewandte Kunst (MAK), wo zum ersten Mal der ganze Muehl gezeigt werden soll. Das Bild existiert nur mehr in den Köpfen jener, die sich in jungen Jahren dazu entschlossen haben, gemeinsam mit Muehl am burgenländischen Friedrichshof ein anderes Leben außerhalb der Konventionen der repressiven Nachkriegsgesellschaft zu gestalten, und trägt den Titel "schwarzer franz". Beschrieben wird es als schwarzer Fleck auf weißem Papier. Stilistisch würde man es vielleicht dem Tachismus der Fünfzigerjahre, jener europäischen Variante des abstrakten Expressionismus zuordnen, die den Farbklecks zum Bildgegenstand erhob. Genau genommen handelt es sich beim "schwarzen

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