OPFERSCHUTZ UND KUNSTFREIHEIT

Millionenklagen gegen Muehl?

Kultur | FLORIAN KLENK | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Der Schriftsteller Franzobel meinte vor kurzem in einem Falter-Interview, Otto Muehl sei nur deshalb sieben Jahre im Gefängnis gesessen, "weil man ihm den Aktionismus der Sechzigerjahre als Ersttat ausgelegt hat und das andere als Wiederholungstat" - eine "Schweinerei" der Justiz, so Franzobel. Auch Otto Muehl beschwört seine Unschuld: Die 13-jährigen Mädchen, die er nachweislich missbrauchte, seien doch alle "entwickelt" gewesen, hätten "schon menstruiert" und seien ganz "gierig" gewesen, von ihm "gefickt" zu werden. Keine Spur von Einsicht. In einer "Entgegnung" hält er fest: "Ich habe niemals Sexualität in irgendeiner Form mit Kindern gehabt. (...) Faktum ist, dass ich wegen Unzucht mit13- bis 14-Jährigen verurteilt wurde." Im Interview mit der Zeit meinte er: "Mir tut es Leid, dass sie alle so zerstört worden sind. Sie sind mehr Opfer der Auflösung der Kommune als Opfer der freien Sexualität."

  Für Bettina Busse, Kuratorium der Muehl-Schau im Museum für angewandte Kunst


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