Callas hinter Gittern

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

THEATER In dem schottischen Knaststück "Eisen" spielt Andrea Eckert eine Mörderin: altbackenes Psychodrama im Volkstheater. 

Nicht alle Mütter geben ihren Töchtern Ratschläge wie diese: Wenn deine Gefühle zu stark werden, warnt Fay ihre mittlerweile erwachsene Tochter Josie, dann sorg dafür, dass du gerade kein Küchenmesser zur Hand hast. Fay weiß, wovon sie spricht, mit dem Küchenmesser hat sie vor 15 Jahren ihren Mann erstochen, jetzt heißt es für sie: Endstation Frauenknast. Ihre Motive lässt das im Volkstheater aufgeführte Gefängnisdrama der schottischen Autorin Rona Munro allerdings etwas im Unklaren. "Eisen" ("Iron") ist nämlich weniger ein rasanter Psychokrimi als vielmehr ein etwas zähes Erinnerungstauschgeschäft zwischen Mutter und Tochter. Therapie im Knast: Josie - mittlerweile eine geschäftstüchtige Globetrotterin - besucht ihre Mutter nach all den Jahren zum ersten Mal. Bis auf einige banale Details - der Vater putzt seine Zähne in der Küchenspüle -


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