Von London bis Floridsdorf

Kultur | CHRISTIAN CARGNELLI | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

DIAGONALE Sehr viele Filme, wenige, die wirklich zu überzeugen vermochten. Und dennoch blieb die vielfach geforderte inhaltliche Diskussion des heimischen Films in Graz vorerst auf der Strecke. 

Zunächst einmal wurde geduldig gewartet. Ehe Marlene Streeruwitz im großen Saal des UCI Annenhof ihre Rede hielt, hatte sie diese, flankiert von Mitgliedern des Diagonale-Teams, bereits in zwei kleineren Sälen vorgetragen. Von einem Abend im Rotary Club erzählte sie, wo sie über die Rahmenbedingungen von Kunstproduktion hierzulande referiert hatte, eingeladen, "um irgendetwas über Feminismus zu reden"; von männerbündlerischen Eliten, vom Bildungsbürgertum, das es "nicht mehr gibt. In Österreich nie gegeben hat. Wahrscheinlich." Streeruwitz' Fazit: "Kritische Kunst ist zurzeit der einzige Unruhefaktor" - und den Kunstschaffenden obliege "die Verpflichtung zu einer politischen Poetik, die die Architektur von Macht und Ohnmacht sichtbar macht. Und damit politisch bearbeitbar."

  Solcherart

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