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Out of the Cool

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Viel hat man in letzter Zeit über Ästhetik und Haltung von "Cool" nachgedacht und diese bis zu Caspar David Friedrich et al. zurückverfolgt. Im Jazz fiel die Cool-Periode im engeren Sinne vor allem in die Fünfzigerjahre und markiert eine Stilwende, die sich anschickte, das Idiom und die Formate des Bebop zu transzendieren. Die stilistische Vielfalt der parallel zum Bop sich entfaltenden Ästhetik ist dabei durchaus differenziert. Das längstdienende Ensemble nicht nur des Cool, sondern der Jazzgeschichte überhaupt ist das Modern Jazz Quartet. 1952 gegründet löste es sich nach 22 Jahren auf, um Anfang der Achtziger die Wiedervereinigung zu feiern. "The Complete Modern Jazz Quartet Prestige & Pablo Recordings" (Zyx) gibt nun auf einer wohlfeilen Box mit vier CDs einen Überblick über diese im Frack exekutierte Spielart kühler Jazz-Ästhetik, bestimmt von John Lewis und seinen ziselierten Piano-Linien und Milt Jackson, der das Vibrafon vom Percussionsinstrument schweißtreibender


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