Hetzgasse 8

KLAUS KASTBERGER | Kultur | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

LITERATUR Werner Kofler bleibt - am Leben, in Erdberg und einer der großen grimmigen Gegenwartsschriftsteller. In "Kalte Herberge" rechnet er wieder einmal ab. 

S ollen die anderen reisen und sich Geschichten ausdenken. Dieser Autor tut es nicht. Sein Text beginnt dort, wo er lebt, im Haus Hetzgasse Nr. 8 im dritten Wiener Bezirk. Man wird dieses Haus, so schreibt Werner Kofler gleich am Beginn von "Kalte Herberge", durch die stets unversperrte Haustür betreten haben. Über eine gepflasterte Toreinfahrt gelangt man durch eine vielfach geflickte Holz-Glastür in einen Innenhof mit Klopfstange, Mülltonnen und den kärglichen Resten früherer Ziergärten. Nach drei Stufen rechter Hand erreicht man einen Gang, vorbei an den leer stehenden Wohnungen der früheren Hausparteien Maier, Lottergstötter, Delfinus Wagner und Prohaska. Ein ähnliches Bild bietet sich in den Stockwerken. Die meisten Mieter sind weggezogen oder rausgeschmissen worden, die wenigsten, unter ihnen der Dichter, geblieben:

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