NÜCHTERN BETRACHTET

Männerfantasienscheltehinterfragung

Kultur | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Männer haben's leichter und sterben früher. Wer will, kann darin so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit erblicken. Ich bin ja eher für echte, gerechte Gerechtigkeit als für ausgleichende, und wenn's nach mir ginge, hätten es Frauen wie Männer gleich lustig im Leben, das für beide gleich lang währte, nämlich ewig. Aber leider wurde mein Schöpfungskonzept als "wenig innovativ", "bieder", "sozialpartnerschaftlich", ja "altvatrisch" abgetan und ein neoliberaler Schnösel mit der Genesis beauftragt. Ich will das auch gar nicht länger bejammern, sondern stattdessen einmal in nachdenklich stimmender Manier auf den fragwürdigen Gebrauch des Wortes "Männerfantasie" deuten. Nicht dass ich damit jegliche Männerfantasie aus dem "Fragwürdigkeitserachtungshorizont" (Hans-Georg Gadamer) rücken möchte - als alter Freund der Aufklärung bin ich immer fürs Hinterfragen und all die anderen Tugenden linksliberaler Deutschlehrer -, aber die Männerfantasien haben's echt schwer: Während

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