TIER DER WOCHE

Nature Morte

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 11/04 vom 10.03.2004

Wo finden Kunst und Natur zusammen? Zum Beispiel in der "Kadaverkunst". Was, kennen Sie nicht? Wie das Leben selbst muss ein solcher Begriff erst evoluieren. 1936 genügte es, um ein biederes Publikum zu schocken, dass die Surrealistin Meret Oppenheim eine Tasse mit Pelz überzog. Bei Hermann Nitsch wurde der Aktionismus blutiger und zum sicheren Skandal. Tierschützer stehen noch immer stramm, wenn Tiere "zum Spaß" geschlachtet werden. Als ob Kunst spaßig wäre. Au contraire: Der österreichische Künstler Wolfgang Flatz ließ sich 2001 parallel zur Berliner Love Parade nackt und blutend von einem Baukran abseilen, während gleichzeitig ein bereits geschlachtetes Rind namens Bodo aus vierzig Meter Höhe in eine Grube auf einem Baustellengelände fiel und am Boden explodierte. Eigentlich wollte er damit - auch - die alpine Praxis der Entsorgung abgestürzter Kühe per Dynamit thematisieren, aber dieser Aspekt ging im medialen Getöse erregter und selbstberufener Kunstkritiker unter.

Die


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