Terror in Europa

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 12/04 vom 17.03.2004

AUSLAND Der Terroranschlag von Madrid ist eine europäische Katastrophe. Es wäre schlimm, bliebe nach ihr alles beim Alten. 

In gewisser Weise wäre es leichter zu verkraften, hätte die alte spanische Regierung mit ihren anfänglichen Behauptungen Recht gehabt und das Massaker des 11. März in Madrid wäre tatsächlich auf die baskische Separatistenorganisation ETA zurückzuführen. Zumindest wüsste man dann, wer der Gegner ist. Mit dem Terror einer nationalistischen Untergrundbewegung hat Großbritannien jahrzehntelang gelebt. Heute ist der ehemalige IRA-Mann Martin McGuiness anerkannter Partner im Friedensdialog mit Tony Blair. Vor zwanzig Jahren war es seiner Organisation in Brighton fast gelungen, das gesamte britische Kabinett mit Margaret Thatcher in die Luft zu sprengen. Auch Bahnhöfe und Züge waren in Europa bereits Ziel von Mordanschlägen gewesen: Als 1980 rechte Geheimdienstkreise um die mysteriöse Loge P 2 den Bahnhof von Bologna zum Einsturz brachten, starben 84 Menschen.

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