TERROREXPERTE

"Kein Krieg der Kulturen"

Politik | aus FALTER 12/04 vom 17.03.2004

Schon bevor sich die al-Qa'ida am 11. September in das Bewusstsein der Welt gebombt hatte, beschäftigte sich der renommierte deutsche Terrorexperte Berndt Georg Thamm, 57, mit den Hintergründen des "Netzwerkterrorismus". Neben seiner publizistischen Tätigkeit (zuletzt erschienen: "Terrorismus. Ein Handbuch über Täter und Opfer") berät er auch Politiker und Sicherheitsbehörden.

Falter: Herr Thamm, können sich Europas Städte vor Terror schützen?

Berndt G. Thamm: Sehr bedingt. Wir leben in offenen Gesellschaften mit offenen Flanken. Öffentliche Räume, etwa der Fernverkehr, sind Schwachstellen. Denken Sie nur an die Bombendrohungen gegen das französische Schienennetz. 30.000 Kilometer Schiene können nicht beschützt werden. Auch der Nahverkehr ist - siehe die Anschläge in der Moskauer U-Bahn - nicht kontrollierbar.

Terrorismus hat es in Europa schon immer gegeben. RAF, IRA, ETA und die Roten Brigaden haben auch schon gemordet. Wie unterscheidet sich der Terrorismus, den Europa heute


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