PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 12/04 vom 17.03.2004

Eine gute, im Sinne von interessante, Geschichte ist es allemal. Ein Mann ist besessen von einer Frau. Er bildet sich ein, dass sie ein Paar sind. Verfolgt sie, reist ihr nach Wien nach, bedroht sie, schlägt sie. Noch besser wird die Story für die Medien, wenn die Frau früher Model war und sich als Autorin weltweit einen Namen gemacht hat. Am besten ist es für einen Journalisten, wenn er der Einzige ist, der das weiß und der ihren Namen kennt. Sicher stecken da viele Stunden Recherche oder ausgezeichnete Kontakte dahinter. Aber soll, darf er den Namen auch abdrucken? Der Kurier brachte am Donnerstag die Sologeschichte. Experten sagen jedoch, dass Stalker - so nennt man die irren Verfolger - jede Reaktion auf ihren Wahnsinn weiter bestärkt. Und dazu zählt wohl auch oder gerade mediale Aufmerksamkeit. Die Kronen Zeitung zog am Freitag nach. Und zitierte einen Prominenten, der mit zu viel medialer Aufmerksamkeit wohl noch nie ein Problem hatte. Der Schauspieler Alfons Haider erzählte frisch von der Leber weg: "So etwas passiert eigentlich ununterbrochen. Ich werde öfter bis vor meine eigene Wohnungstür verfolgt. Einmal legte mir jemand sogar einen Hühnerkopf in den Postkasten."


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