Partys und Kinder

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 12/04 vom 17.03.2004

MUSIK Die US-HipHop-Poetin Ursula Rucker demonstriert live in Wien, wie sich Reflexion und Funk, Karriere und Familie unter einen Hut bringen lassen. 

Das soll HipHop sein? Gut, rappen im engeren Sinne tut Ursula Rucker nicht. Versteht man die große schwarze Gegenwartskunst jedoch als Geisteshaltung, dann gehört gerade die selbstbewusste Spoken-Word-Artistin aus der Funk-Metropole Philadelphia zu deren derzeit erfreulichsten Erscheinungen. Rucker hat nicht nur den gewissen Vibe - sie verfügt vor allem über mehr Hirn und Haltung als die meisten männlichen HipHop-Repräsentanten mit ihrem plumpen Ödbären-Gehabe zwischen Hedonismus und Sexismus.

  "Ich höre diese Musik, seitdem ich zwölf bin, und sehe mich als ein Produkt dieser Kultur", erzählt Rucker im Falter-Interview über ihr Verhältnis zum HipHop. "Umso trauriger bin ich, wenn ich sehe, was aus ihr geworden ist. Deshalb möchte ich jetzt meinen Teil dazu beisteuern, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen."

  So selbstbewusst

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