STADTRAND

Geehrter Fahrgast

Stadtleben | aus FALTER 12/04 vom 17.03.2004

"Sehr geehrter Fahrgast": Wenn der Eröffnungssatz bei den Wiener Linien ertönt, kann man sich schon mal auf witterungsbedingte Verspätungen, vereiste Bahnsteige oder die "Erkrankung eines Fahrgastes" gefasst machen. Die allgemeine (und allgemeine Panik verursachende) Warnung vor Taschendieben dürfte man wieder aus dem Programm genommen haben. "Sehr geehrter Fahrgast", ließ neulich eine U-Bahn-Chauffeurin ihre Passagiere aufhorchen. "Wenn sich die Herumspielerei mit der Tür nicht aufhört, wird dieser Zug ab der nächsten Station als Sonderzug geführt", drohte die resolute Stimme aus dem Lautsprecher. Das saß. Beim nächsten Halt traute sich fast keiner der sehr Geehrten, die Türgriffe anzufassen. Aus lauter Angst, der Zug würde zum Sonderzug. Ein paar Tage später blieb eine U4 in der Station stehen, weil eine alte Dame unerlaubterweise ihr Fahrradl mitnehmen wollte (gerade setzte ein unerwartet schlimmer Schneesturm ein). Der U-Bahn-Chauffeur wollte die Sache aussitzen. Letzlich verlor die Radlerin den Kampf gegen den aufgebrachten Mob in ihrem Abteil. Apropos: Am Westbahnhof gab's vergangenen Samstag offenbar auch was zum aussitzen. Die Station war dermaßen verdreckt, dass man sogar zwischen Hundehäufen balancieren musste. Sehr geehrte Hunde: Bitte nicht in die U-Bahn scheißen. C. W.


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