Nazis gegen Naschmarkt

Extra | BERNHARD FETZ | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

NACH AUSCHWITZ Opfer und Täter, Söhne und Väter, Linke und Rechte, Gute und Schlechte ... In seinem Roman "Ohnehin" will Doron Rabinovici sehr viel und auch wieder zu wenig. 

Wem gehört Auschwitz?" - In einem seiner besten Essays findet der ungarische Nobelpreisträger Imre Kertész eine einfache und deswegen radikale Antwort auf diese Frage: Auschwitz gehört uns allen. Es ist ein Besitz, den wir nie wieder loswerden. Denn Auschwitz, so Kertész, stellt den negativen Mythos des 20. Jahrhunderts dar. In ihm ist die Erfahrung absoluter Negativität für alle für immer gespeichert.

  Die Überlebenden haben kein Darstellungsmonopol auf Auschwitz, die Erfahrungsberichte sind da, und sie sind, das beweist Kertész' "Roman eines Schicksallosen" auf eindrücklichste Weise, nicht zu überbieten. Die "authentische" Erinnerung, die es nie gegeben hat, da Erinnerung nie authentische Erfahrung ist, sondern immer etwas Nachgetragenes, wird verblassen; an ihre Stelle treten Trivialisierungen


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