Der neue Suter

Extra | ARMIN THURNHER | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

KRIMI "Lila, Lila" spielt im Milieu von Szenelokalen und Literaturbetrieb. Es ist ein Liebesroman und zugleich eine Kriminalgeschichte, die ohne einen einzigen Kommissar auskommt. 

Hieß er Leuenberger? Egal. Wie für viele war es auch für mich sofort klar: Einmal heißt immer. Einmal Suter lesen heißt immer Suter lesen. Mein erstes Mal geschah vor vielen Jahren beim Joseph-Roth-Preis, einem journalistischen Wettlesen in Klagenfurt. Ich saß in der Jury, auf trat ein junger Schweizer (Jahrgang 1948) und begann, seinen Text vorzutragen. Dessen ersten Satz werde ich vermutlich nie mehr vergessen: "Leuenberger geht in sich." Er handelte von der Gewissenserforschung eines Managers, der sein Inneres besichtigt wie eine menschenleere Prunkstraße, gesäumt von den Denkmälern seiner Siege. Suters Miniaturen, Minidramen, Charakterstudien, in denen sich das Wesen der Wirtschaft auf fünfzig Zeilen offenbart, erschienen wöchentlich unter dem Titel "Business Class" in der Schweizer Zeitschrift


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