Wenn die Zahnspange singt

KLAUS NÜCHTERN | Extra | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

PUBERTÄT Jeffrey Eugenides liefert in "Die Selbstmord-Schwestern" ein zartsinniges Protokoll vom Heranwachsen in einer Kleinstadt der Siebzigerjahre. 

Erster Satz, alle tot: Cecilia, Lux, Bonnie, Mary und Therese Lisbon; 13, 14, 15, 16 und 17 Jahre alt; Tod durch Sturz und Pfählung, Erhängen und diverse Vergiftunge; in zwei Fällen ist der Suizid erst im wiederholten Anlauf erfolgreich. Wenn die Protagonisten gleich auf der ersten Seite aus ihrem irdischen Dasein verabschiedet werden, liefert der Roman in der Regel Fakten und Motive nach. Im Prinzip ist das auch in "Die Selbstmord-Schwestern" der Fall, aber natürlich hängt alles davon ab, wie und von wem diese Spurensuche erzählt wird.

  Dass das im amerikanischen Original bereits 1993 erschienene Debüt von Jeffrey Eugenides (Jahrgang 1960) erst jetzt - im Windschatten der pulitzerpreisgekrönten Erfolgsschwarte "Middlesex" - übersetzt wurde, ist mehr als verwunderlich, wird doch normalerweise jeder sich auch nur irgendwie anbietende

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