Kläglich zappelt der Mann

Extra | WENDELIN SCHMIDT-DENGLER | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

LITERATURGESCHCHTE Mit "Nach den Utopien" unternimmt Helmut Böttiger den Versuch, eine Geschichte zeitgenössischer Literatur zu schreiben, verliert aber über inspirierten Einzelporträts ein bisschen den Faden. 

Wer eine Literaturgeschichte schreibt, kann es nur falsch machen, und wer sich an eine "Geschichte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" heranwagt, erst recht. Nach dem einst so renommierten Genre besteht zwar immer noch ein gewisse Nachfrage, sich aber konkret darauf einzulassen, mindert das Ansehen in Fachkreisen, und wenn jemand einen solchen Versuch vorlegt, dann wird dies schon als eine Provokation der Kritik verstanden - die sich auch gerne provozieren lässt, nicht zuletzt, um zu zeigen, dass sie es besser weiß.

  Nicht nur die Auswahl ist strittig, vor allem der methodische Ansatz verfällt sofort dem Verdikt der Kritiker: Wie wird der Zusammenhang erstellt, den wohl jede Geschichte, und sei's auch die der Literatur, haben muss? Von dem Projekt einer Sozialgeschichte


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