GEOLOGIEGESCHICHTE

Anatomie der Erde

Extra | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

Dass das geflügelte Wesen im Solnhofener Kalkstein Millionen von Jahren alt war, stellte um 1861 kein Wissenschaftler mehr infrage. Zwei Jahrhunderte zuvor ging die geologische Uhr noch anders. 1655 hatte der irische Bischof James Ussher die Entstehung der Welt auf den 23. Oktober 4004 v. Chr. datiert. Zur selben Zeit begann der kometenhafte Aufstieg des dänischen Naturforschers Nicolaus Steno (1636-1686), der zunächst als Anatom die Pariser Ärzte staunen machte, um danach im erlauchten Kreis der Accademia del Cimento am Hofe der Medici in Florenz zu brillieren. Dort richtete Steno seinen anatomischen Blick vom menschlichen Körper auf die zahlreichen Steinbrüche der Toskana und deren geologische Vielfalt.

  "Die Muschel auf dem Berg", so der Titel von Alan Cutlers Buch, war eines der ungelösten Rätsel der Zeit. Hatte die Sintflut die geringelten Versteinerungen hochgespült? Oder hatte Gott sie dort geschaffen? Aber zu welchem Zweck? Wuchsen Steine, wie vielfach geglaubt wurde?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige