Klon, Genom & Co

Crashkurs Gentechnik

Extra | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

Wie Umfragen in Frankreich, Deutschland oder Österreich zeigen, begegnet die Bevölkerung der Gentechnik mit einer gehörigen Portion Skepsis. Nicht selten allein deswegen, weil ihre Möglichkeiten und Grenzen für den Laien so schwer zu durchschauen sind. Jens Reichs Buch "Es wird ein Mensch gemacht" bietet nun die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit einen seriösen Überblick auf diesem Gebiet zu verschaffen. Rein fachlich ist der Mediziner und Bioinformatiker von der Berliner Humboldt-Universität ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Und auch in didaktischer Hinsicht hat Reich seine Hausaufgaben gemacht.

  In sieben übersichtlichen, präzise formulierten Kapiteln erfährt der Leser Grundlegendes über das menschliche Genom, Klonen, Stammzellen und die Möglichkeiten genetischer Diagnose. Die ethische Dimension des Themas deckt Reich durch fiktive Dialoge ab, in denen das Für und Wider der einzelnen Technologien abgewogen wird. Zwar nicht so witzig wie etwa bei Paul Feyerabend oder Douglas R. Hofstadter, den Dialog-Großmeistern des Sachbuchs. Aber sie erfüllen ihren Zweck: Sie zeigen nämlich, dass ethische Standpunkte immer nur so gut sind wie die ihnen zugrunde liegenden Argumente - sowie die aus ihnen ableitbaren Konsequenzen. R. C.

Jens Reich: Es wird ein Mensch gemacht. Möglichkeiten und Grenzen der Gentechnik. Berlin 2003 (Rowohlt). 160 S., E 17,40


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