Das ist doch keine Kunst!

Extra | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

ÄSTHETIK Zwei kunstphilosophische Betrachtungen, von Rainer Metzger und Konrad Paul Liessmann, beschäftigen sich mit Kunst und Kunsttheorien der Moderne. Ihre Helden finden sie in der Vergangenheit. 

Es dauerte bis ins 18. Jahrhundert, ehe die Kunst ihre metaphysischen Sinnbezüge abzuwerfen begann. Die Zeit ihrer Autonomie brach an, wie Rainer Metzger in seiner in Buchform erschienenen Kunstgeschichte-Habilitation beschreibt. Losgelöst von religiösen und repräsentativen Aufgaben schlüpfte eine Kunst aus dem Ei der Geschichte, die nichts anderes war als - buchstäblich - sie selbst. Das sich daraus ergebende Auseinanderklaffen von ästhetischem Objekt und Kommentar beobachtet der in Wien lebende und in Stuttgart als Privatdozent lehrende Kunsthistoriker an den vertrauten Fragen von Ausstellungsbesuchern: Ist das denn noch Kunst?, wird gefragt, oder es wird konstatiert: Das ist doch nicht Kunst!

  Die von ihm konstatierte immanente Buchstäblichkeit steht im Widerspruch zu jeder


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige