Um Gottes willen

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

REPORTAGE Vertreter der muslimischen und arabischen Gemeinde verurteilen Terror und Fundamentalisten. Doch bei vielen Muslimen und Arabern stößt man auf Verschwörungstheorien, Judenfeindlichkeit und überkommene Weltbilder. Notizen aus Wiens muslimischer Parallelgesellschaft. 

Er ist Türke, Muslim und Wiener. Er recherchiert als Journalist in Wiens muslimischer Szene. Sein Name, wünscht er, soll hier nicht genannt werden. In den Neunzigern übersiedelte er für ein paar Jahre in die Türkei. Als er nach Wien zurückkehrte, hatte sich einiges verändert: "Meine Tanten, die mich hier als Kind großzogen, sie waren plötzlich verschleiert und reichten mir nicht mehr die Hand." Auch verschleierte Studentinnen verweigerten den Handschlag. "Ich traue mich ja kaum noch, diese Frauen anzusprechen", sagt er. Überall würden Gebetshäuser "wie Ameisenhaufen" aus dem Boden wachsen und die Community mittels angeschlossener, stets geöffneter Supermärkte anlocken. Ein Aufschwung der Fundamentalisten?


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