Jan Tabor gibt ab

Medien | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

FESTREDE Der Architekturkritiker des "Falter" wurde sechzig. Der "Falter"-Kulturchef gab aus diesem Anlass einiges über sein wechselhaftes Leben mit Tabor preis. 

Jan Tabor, so wurde behauptet, wird sechzig. Das scheint mir durchaus plausibel, auch wenn der heute Gefeierte eine vom physiologischen Alter völlig unabhängige Vitalität ausstrahlt, wie ich nicht ohne Anflug von Neid zugestehen muss. Ganz abgesehen von seinen intellektuellen und schreiberischen Qualitäten, ist Jan Tabor in der Wiener Kunstszene, der er glücklicherweise nicht angehört - obgleich er, wie mir scheint, mit jedem einzelnen ihrer Angehörigen befreundet oder verfeindet ist (meistens beides zugleich) -, außerdem noch seit Jahrzehnten für die bestsitzende Frisur und die bestsitzenden Jeans bekannt, und auch die farbenfreudigen Jacken, die Tabor trägt und die von Überfällen auf Fahrradboten stammen dürften, unterscheiden ihn wohltuend von der schwarzen Einheitseleganz der Architektenzunft, die Tabor immer


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