FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

Es ist schon mehr als drei Jahre her, da hatten wir in dieser Redaktion noch echte Gesprächsthemen. Wie fies sind Kerstin und Manu? Wie blöd ist Sladdi? Und was treibt Durchschnittstypen dazu, sich einzubilden, sie werden berühmt, wenn sie sich in einem TV-Container Pickel ausdrücken? Damals war "Big Brother" ein derartiger Renner, dass es über Monate kaum möglich war, mit Freunden was zu unternehmen, weil alle jeden Abend vor der Glotze saßen. Sogar der Kollege mit dem finsteren Blick, der gescheiten Brille und dem eigenwilligen Musikgeschmack war begeisterter BB-Seher, da wurde sogar intellektuell scheindiskutiert. Oder wöchentlich Diagramme erstellt, wer wen aus dem Haus werfen wird. Wie traurig nimmt sich dagegen "Big Brother 4" aus. Da kennst du nicht mal die Namen, die Typen sind immer dieselben, wer schaut sich das an? Man bleibt höchstens beim Zappen kurz hängen und weiß dann, dass diese zurechtoperierte so genannte Busenwitwe wegen des Mordes an ihrem Gatten (einem Schönheitschirurgen!) unschuldig im echten Häfen gesessen hat. Wenigstens ein Hauch von trashigem Glamour im TV-Knast. Und wir können uns wieder nur über Ingrid Thurnhers Frisur unterhalten.


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