Kommentar

Museen: Blaues Blut im Supermarkt

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

"Sie sehen sich als Wesen besserer Art an, von der Natur aus begünstigt, zu herrschen und zu regieren, die niederen Klassen hingegen bestimmt, ihrem Egoismus, ihrer Eitelkeit zu huldigen, ihre Launen zu ertragen und ihre Fantasien zu schmeicheln", schrieb der große, skeptische Aufklärer Adolph Freiherr Knigge in seinem 1788 erschienenen Klassiker "Über den Umgang mit Menschen". Gemeint hat er damit keinen der wie Duodezfürsten herrschenden Wiener Museumsdirektoren, sondern die "Großen der Erde" im Allgemeinen: Fürsten, Vornehme und Reiche. Man müsse sein Betragen im Umgang mit ihnen auf die Voraussetzung gründen, "dass die mehrsten größtenteils diesem Bilde gleichen".

Mit dem Fürsten von und zu Liechtenstein macht nun ein "Großer der Erde" auf sich aufmerksam. Hans-Adam II. gehört einer der ältesten Adelsfamilien Europas an, verfügt über sagenhaften Reichtum und weiß in seinem Fürstentum neoabsolutistische Machtansprüche mit neoliberaler Unternehmenspolitik auf das beste


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