OHREN AUF! Jahrhundertmusik

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

Er ist ein Jahrhundertkomponist im wahrsten Sinn des Wortes: 1908 in New York geboren (und somit sogar vier Jahre älter als der 1992 verstorbene John Cage!), wurde Elliott Carter schon früh von Charles Ives, dem ersten amerikanischen Avantgardisten, in die Musik eingeführt; noch vor dem Studium in Harvard besuchte er 1925 Wien, um vor Ort die neuesten Werke der Wiener Schule um Arnold Schönberg kennen zu lernen; vom exilierten Igor Strawinsky erhielt er ebenso Anregungen wie von der legendären Nadia Boulanger im Paris der Dreißiger.

Vor diesem breiten Hintergrund unterschiedlichster Einflüsse fand der heute 95-Jährige spät, aber doch zu einem ganz eigenständigen Stil, der sich durch intelligente Machart ebenso auszeichnet wie durch eine ungewöhnlich sinnliche Melodik. Die Stellung zwischen Alter und Neuer Welt hat Carter dabei zeit seines Lebens beibehalten: Der Durchbruch als Komponist gelang ihm in den Fünfzigern in Italien, wo vor allem Luigi Dallapiccola und Goffredo Petrassi


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