Roter Rosenhügel

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

FILM Eine Schau im Metro Kino zeigt österreichische Filme der Fünfzigerjahre, die unter sowjetischem Einfluss entstanden. 

Der Kunstgeschmack der KPdSU-Granden ist Legende. Hatte Lenin sich noch - gegen sein eigenes, eher konservativ-realistisch geprägtes Kunstverständnis - zumindest ein paar Jahre lang für eine auch formal "revolutionäre" Filmkunst stark gemacht, so verschwand der progressive Kulturbegriff unter seinem Nachfolger Stalin systematisch hinter den merkwürdigen Vorlieben des Herrschers und einer eilfertig agierenden Verhinderungsbürokratie. Eine der kolportierten Vorlieben des Diktators war beispielsweise die Zuneigung zu der Schauspielerin Marika Rökk - ein Treppenwitz der Geschichte mit Folgen für die österreichische Kinogeschichte. Als wäre diese nicht eh schon eine "Trümmergeschichte", erzählt mittels unheilvoller Kontinuitäten, verpasster Anschlüsse und bizarrer Achsensprünge.

  Eine Filmschau des Filmarchivs Austria fördert dieser Tage Anschauungsmaterial

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