STRONACHS PFERDERENNPARK

Naturschützer gegen Onkel Frank

Stadtleben | aus FALTER 13/04 vom 24.03.2004

Mitten in der Pampa steht die stattliche Rennarena mit dem fröhlichen Stilmix aus Stadionarchitektur, Säulen und Rampen, umgeben von Flutlichtmasten und Parkplätzen. 270 Hektar umfasst das Gelände von Magna Racino, Eigentümer Frank Stronach investiert hier 75 Millionen Euro, um ein "europäisches Vorzeigeprojekt" zu bauen. An fünfzig Renntagen jährlich, immer donnerstags und sonntags, sollen Pferdeinteressierte hier künftig zocken und sich amüsieren, die Rennen werden auch in die USA übertragen. Einziger Wermutstropfen für Stronach: die Proteste von Umweltschützern, die sich darüber aufregen, dass der Pferdepark teilweise in ein schützenswertes Sumpfgebiet hingeklotzt wurde. "Diese Probleme sind bereits ausgeräumt, wir haben viele Gespräche mit Naturschützern geführt. Alles, was gebaut wurde, ist genehmigt", sagt PR-Chefin Ulla Weigerstorfer. Stefan Moidl, Leiter der Naturschutzabteilung beim österreichischen World Wide Fund for Nature, beschreibt die Situation anders: "Es sind noch Verfahren anhängig. Der Verwaltungsgerichtshof muss ein Urteil über den großen Wasserrechtsbescheid fällen, und die Zulassung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist auch nicht entschieden." Außerdem laufe bei der EU-Kommission eine Untersuchung, ob die Republik Österreich vor dem Europäischen Gerichtshof wegen Ebreichsdorf geklagt werden muss. Die Kommission prüft die Frage schon seit fünf Jahren.


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