VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

Möglicherweise würde man heute sagen, es gab Nachjustierungsbedarf. In der zweiten Ausgabe der Programmbeilage HEFT war folgendes Editorial zu finden: "Liebe Leser! HEFT ist also gut bei Ihnen angekommen. Schon häufen sich die Anfragen, ob es sich auch getrennt vom Falter abonnieren lasse; nach kurzer Überlegung haben wir uns entschlossen, den Preis für ein gesondertes HEFT-Abo mit S 800.-/Jahr festzusetzen. Sie fördern damit den Falter, ohne von ihm belästigt zu werden und bekommen trotzdem HEFT. Falls Ihnen das nicht lustig genug erscheint, haben wir einen Trostpreis für Sie bereitgestellt: Eine Transkription der Opernballberichterstattung des ORF, die wir, wie ihnen sicherlich entgangen ist, auszugsweise in diesem Falter abdrucken. Lesen Sie und informieren Sie sich über den Stand politischer Kultur in Österreich!"

  Da war die redaktionelle Leberwurst offenbar beleidigt, weil das vermeintliche Leservolk kein solches war, sondern sich als Nutzervolk zu erkennen gab. Ein Falter-Abonnement kostete damals übrigens 390 Schilling, die einzelne Ausgabe gab's am Kiosk um S 20 (1,45 Euro). Der Falter ist also in 20 Jahren gerade um 40 Prozent teurer geworden! Wo noch?

  Keine Angst. Diese Kolumne läuft nicht auf die Ankündigung einer Preiserhöhung hinaus. Lieber möchte sie dem Hinweis auf Kulturverfall nachgehen, der in der redaktionellen Einleitung des allzu erfolgreichen Programmhefts anklang. Und siehe, was uns im Jahr 1984 so sehr als Gipfelpunkt der Blödheit erschien, dass wir es abschrieben und wörtlich nachdruckten, würde man heute dankbar als lockeren Beweis kultureller Kompetenz registrieren. An Arabella K. als Erscheinung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens war damals tatsächlich nicht zu denken. Den wörtlichen Beweis liefern wir aus Platzgründen nächste Woche. A.T.


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