Es wird enger

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über Begräbnisse, den Katholizismus als Staatsreligion und andere demokratische Schwierigkeiten. 

Bei Begräbnissen bricht er aus Wien heraus, der ganze Phantomschmerz des vergangenen Reichs. Bei öffentlichen Trauerfeierlichkeiten wird klar, was man an der katholischen Kirche hat: Einen Staat im Staat, ein formenkräftiges Gebilde, an das man sich halten kann, wenn man seiner Trauer Ausdruck verleihen möchte; für andere Emotionen brauchen wir offenbar keine gemeinsamen Manifestationen.

  Die Dominanz der Kirche macht einem aber auch die Vorläufigkeit jenes Gebildes klar, das wir Demokratie nennen. Wie formenschwach sind die Repräsentanten dieser Demokratie! Kann man von ihrer Schwäche auf die Schwäche dessen schließen, was sie vertreten? Der Leserschaft ist meine Obsession mit dem Thema Öffentlichkeit geläufig. Sie kommt aus dieser Sorge. Man mochte es für Folklore halten, als vor 15 Jahren beim Begräbnis der Kaiserin Zita die Habsburgernostalgie


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