"In der Scheißgasse"

Politik | EVA BAUMGARDINGER | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

OBDACHLOSE Von einem Tag auf den anderen auf der Straße. Keine Wohnung, kein Geld. Doch dank des FrauenWohnzimmers der Caritas schaffen es viele Frauen wieder zurück ins "normale Leben". Die Geschichte einer Aufsteigerin. 

Die Frau sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Das kurze Haar ordentlich aus dem Gesicht gekämmt, goldene Ohrklips an den Ohrläppchen, der Flauschpulli und die Augen himmelblau. "Wir müssen unseren Termin verschieben", sagt sie zu Elvira Loibl, Leiterin des FrauenWohnzimmers, und holt ihren Time-Manager aus der schwarzen Ledertasche. Was macht Frau Jakob - so will sie genannt werden - hier im Tageszentrum der Wohnungslosenhilfe? Ist sie Sozialarbeiterin? Interessierte Anrainerin? Oder die Shiatsupraktikerin, die regelmäßig Gratismassagen anbietet?

  "Ich bin eine ehemalige Klientin", sagt Frau Jakob und weiß, dass man ihr das nicht anmerkt. Noch vor einem halben Jahr stand die pensionierte Angestellte auf der Straße. Erst verlor sie ihren Lebenspartner, dann ihre


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