Ohneland und Nullsucht

ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

LITERATUR Geboren unter den Nazis, aufgewachsen mit dem Kommunismus, lebt und arbeitet als Jude und Linker in Wien: Der Dichter Robert Schindel wird dieser Tage sechzig Jahre alt. 

"In dieser christlichsten der Welten sind alle Dichter Jidden"

Marina Zwetajewa

Jedenfalls ward ich geworfen inmitten der Ostmark / Im Städtchen Bad Hall, ein großes Jodbad heute / Als Wechselbalg rassisch minderwertiger Eltern / Welche sich als Fremdarbeiter aus Elsass ausgaben / Hitler zum Trotz / In ihrer eigenen Heimat zur Rettung / Ihrer eigenen Haut / Welche mütterlicherseits einunddreißig und / Welche väterlicherseits, ein Jahr vor der Liquidierung / Dreiunddreißig Jahre alt war." So beschreibt Robert Schindel, der am 4. April sechzig wird, in einem frühen Gedicht seine Herkunft. Mehr Anklage gegen die eigene Geburt ist kaum vorzubringen.

  Robert Schindel erlebte sein literarisches Debüt erst 1986, im Alter von 42. Sechs Gedichtbände (soeben unter dem Titel "Fremd bei mir selbst" in einem Band

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