AUFGEBLÄTTERT

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

Verwinkelte Plots, verwirrte Schriftsteller und verschwimmende Identitäten in den Straßen von New York: Paul Auster schließt in "Nacht des Orakels" wieder an seine frühen Romane wie "Die New York-Trilogie" an. Sicher, irgendwie ähneln sich mit ihren seltsamen Geschehnissen und erzählerischen Fallstricken alle Texte des überzeugten Bewohners Brooklyns. Doch entfernt dieser sich mit seinem jüngsten Buch angenehm von jener Feier des Zufälligen als Quell der Poesie, die von "Mr. Vertigo" an immer häufiger für gepflegtes Gähnen sorgte. Was in "Nacht des Orakels" passiert, ist mysteriös und entzieht sich konventionellen Erklärungsversuchen. Auster erzählt von dem 35-jährigen Schriftsteller Sidney Orr, der eine lang andauernde Schreibblockade just dann überwindet, als er bei einem undurchsichtigen chinesischen Papierhändler ein blaues Notizbuch aus Portugal erwirbt. Plötzlich fließt die Feder so ungebremst, fast als würde eine fremde Hand sie führen. Als Orr bemerkt, dass


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