"Anzüge stehen mir besser"

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

MUSIK Popdandy Neil Hannon alias The Divine Comedy hat seine Jeansjacke wieder ausgezogen. Auf dem neuen Album kehrt er zu seinen opulenten Wurzeln zurück. 

Es klingt vielleicht nicht wie ein Kompliment, aber Neil Hannon alias The Divine Comedy ist wohl der lebendige Beweis dafür, dass man über Jahrzehnte hinweg großen Pop am Rande zum Mainstream machen kann, ohne auch nur den geringsten Einfluss auf den musikalischen oder sonstigen Lauf der Welt zu nehmen. 1993 setzte sein beinahe im Alleingang geschaffenes Debüt "Liberation" der Holzfällerhemden-Hegemonie des Grunge Rock schiere kammermusikalische Grazie, dekadente Gestalten wie aus einen PG-Woodehouse-Roman ("Your Daddy's Car"), vertonte Wordsworth-Gedichte ("Lucy") und Hommagen ans Kinderfernsehen der Siebziger entgegen ("Festive Road"). Selbst als kurz darauf die Bier-Burschen des Britpop das Ruder übernahmen, wahrte der zumeist in anachronistisch strenge Anzüge gekleidete Hannon die Formen und rieb sich mit säbelscharfem


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