Femme fatalst

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

THEATER Mehr oder weniger gescheitert: Dimiter Gotscheff inszeniert "Salome" im Akademietheater. 

Wäre der Begriff Femme fatale steigerbar, müsste man Salome wohl als Femme fatalst bezeichnen: Weil die junge Prinzessin den Mann, den sie begehrt, nicht lebend kriegen kann, lässt sie ihn eben enthaupten und sich den Kopf des Jochanaan auf einem Silbertablett servieren. Oscar Wildes Einakter basiert auf neutestamentarischer Quelle - bei dem Opfer handelt es sich um Johannes den Täufer - und ist im deutschen Sprachraum vor allem durch die Richard-Strauss-Vertonung populär. Die 1891 in Paris und auf Französisch geschriebene "Salome" ist ein für den Autor untypisches Drama: Wir haben es nicht mit einer Salonkomödie voll funkelnder Bonmots zu tun, sondern mit einer in dekadent-symbolistische Sprachbilder gehüllten, ziemlich "undramatischen" Tragödie.

  Das im Sprechtheater entsprechend selten gespielte Stück wird im Akademietheater vom unberechenbaren Dimiter Gotscheff inszeniert,


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