Die unmögliche Liebe

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

FILMGESCHICHTE Wer wählt aus? Eine internationale Konferenz widmet sich Fragen nach der Liebe zum Kino und der Entstehung kanonischer Filmgeschichtsschreibung. 

Der französische Semiotiker Christian Metz zeichnete in seiner groß angelegten psychoanalytischen Studie zum Kino 1982 ein (nicht unsatirisches) Bild des Filmhistorikers als jemand, den seine Liebe zu individuellen Filmen, Sequenzen oder Momenten der Filmerfahrung zur Formulierung von immer arbiträreren Kriterien der Wertschätzung treibt: "Der eine Film zählt aufgrund seines ästhetischen Werts, ein anderer aufgrund seiner soziologischen Bedeutung, ein dritter als typisches Beispiel für die ,schlechten Filme' dieser Ära; ein vierter ist die unbedeutende Arbeit eines bedeutenden Filmemachers, ein fünfter die bedeutende Arbeit eines unbedeutenden Filmemachers" et cetera, et cetera.

  Was sich in dieser Arbeit ausdrückt (aber, so Metz' Argumentation, nicht hinterfragt wird), ist die "Liebe zum Kino". Was diese Arbeit produziert,


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