Fragen Sie Frau Andrea

Die Kwote

Stadtleben | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

Liebe Frau Andrea,

da ich Ihnen ob Ihrer aufwendigen Recherchemethoden und ausufernden Antworten fast grenzenloses Vertrauen entgegenbringe, wende ich mich auch einmal an Sie. Die Frage lautet: Wie kommen die so genannten Zuschauermessungen beim Fernsehen wirklich zustande? Wenn ich lese, dass etwa eine dieser schrecklichen "Starmania"-Sendungen von 1,257834 Millionen Zuschauern gesehen wurde, frage ich mich: Wie wollen die das wissen? Mit herzlichem Dank im Voraus, Ihr Martin Lhotzky

Lieber Martin,

die heilige Kuh jedes Fernsehmenschen heißt Quote. In Österreich wird dieser Statistiksalat vom Marktforschungsinstitut Fessel-Gfk zubereitet. Die Zutaten dafür werden im Fernsehverhalten von 1500 Testhaushalten gesammelt und mit statistischen Methoden auf die Fernsehbevölkerung hochgerechnet. Die fernsehweltbewegenden Daten werden mithilfe spezieller Testgeräte und Fernbedienungen ermittelt, auf denen sich jedes Mitglied des Testhaushalts sich mit einer eigenen Taste an- und abmelden muss. So kann das Zappen durch den Senderwald sekundengenau festgehalten werden. Die 1500 Testhaushalte sind nach wissenschaftlichen Kriterien als Querschnitt durch die österreichische Bevölkerung ausgesucht und gelten ähnlich den Samples bei politischen Meinungsumfragen innerhalb statistischer Schwankungsbreiten als repräsentativ. Die Theorie, die Quote werde von einem Zufallsgenerator im Salzamt berechnet, hat für viele Fernsehmacher dennoch eine gewisse emotionelle Berechtigung.

"Fragen Sie Frau Andrea" gibt es auch als Buch! dusl@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige