STADTRAND

Getrennte Wege

Stadtleben | aus FALTER 14/04 vom 31.03.2004

In meiner nicht besonders großen Küche gibt es: einen kleinen Kübel für den Biomüll, vier gleich große Plastikcontainer für Altpapier, PET-Flaschen, Glas und Metall. Und den Restmistkübel. Demnächst werde ich in meiner Küche Platz haben. Viel Platz. Das geht so: Statt sechs Mistkübeln wird es nur noch einen einzigen großen geben. Auf dem wird "Restmüll" draufstehen, und "Rest" bedeutet einfach alles. Wieso ich Marmeladengläser nicht mehr ausspülen werde, aufhöre, Joghurtbecher auszuwaschen und die Aluminiumdeckel nicht mehr extra sammle? Weil es keinen Spaß mehr macht. Weil es echt frustrierend ist, wenn man sich zur Fruchtfliegenzucht auch noch die Mühe macht, Gemüseabfälle getrennt aufzubewahren, regelmäßig zur Sammelstelle zu wandern, die ungefähr einen Tagesmarsch entfernt liegt. Und dann ist dort der Biomüllcontainer voll mit allem Möglichen, nur nicht Verrottbarem. Dafür hat ein Idiot seine vollen Restmüllbeutel in den Plastikcontainer geschmissen, und zum Altglas kommt man sowieso nicht hin, weil wieder irgendwelche Hirnis ihren Sperrmüll davor deponieren mussten. Darum spiele ich ab sofort auch nicht mehr mit beim lustigen Trennen. Ist doch bequemer, und die Mistkübel im Hof sind sowieso meist leer. Und in meiner Küche habe ich endlich mehr Platz. C. W.


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