STANDPUNKT

Widerstand?

Politik | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

Stefan Weber von Drahdiwaberl tut es. Der Schauspieler Hubsi Kramar auch: Zehn Euro für den irakischen Widerstand spenden. Wer auf den Homepages "antiimperialistischer" Vereine surft, findet ziemlich lange Listen von Unterstützern irakischer "Widerstandskämpfer". Man sieht neben diesen Listen auch Bilder von Kindern, die Brandsätze werfen (wahrscheinlich gegen ein paar böse Zionisten) oder weinende alte Frauen. Was denken sich sonst so helle Leute wie Weber und Kramar eigentlich dabei? Wahrscheinlich nicht viel. Es ist halt schick, gegen "Besatzung und Krieg" und "für den Frieden" zu sein. Kramar forderte auf einer Friedensdemo neulich sogar den "Abzug heimischer Elitesoldaten aus dem Kosovo". So als ob die dort Krieg gegen Unterdrückte führen. Man sollte all diesen Friedensbewegten nicht unterstellen, dass sie Terroristen unterstützen wollen oder es lustig finden, wenn Amerikaner von jubelnden Irakis zuerst angezündet, dann verprügelt und schließlich öffentlich aufgehängt werden, wie dies letzte Woche in Faluja geschah. Doch die Naivität, mit der - auch an heimischen Unis und in Moscheen - gegen die bösen amerikanischen Besatzer protestiert wird, ist erstaunlich. Übrigens: Als vergangene Woche der saudische Scheich, Regent eines Landes, das Frauen steinigt und Diebe köpft, in Wien hofiert wurde, gab es keine Demo. Warum eigentlich nicht? F. K.


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