Unser Problem

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

NS-AUFARBEITUNG Die Wehrmachtsausstellung wird endgültig eingemottet. Ein Buch widmet sich nun den Erfahrungen mit der Wiener Schau. 

Die Stellwände werden abgeschraubt, die Materialien und Fotos gehen ihren letzten Weg ins Bundesarchiv. Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941-44" war zuletzt in Hamburg zu sehen. Nun ist die Tour durch 33 deutsche und österreichische Städte endgültig zu Ende. Ingesamt 800.000 Besucher sahen die Schau, die von wilden Demonstrationen und heftigen Kontroversen begleitet wurde.

  Gut zehn Jahre nach der ersten Wehrmachtsausstellung (diese war aufgrund von Ungenauigkeiten ins Gerede gekommen und überarbeitet worden) erweist sich das Unternehmen retrospektiv als wichtiges Glied in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus: nicht viel weniger bedeutend als der Auschwitz-Prozess in den Sechzigerjahren oder hierzulande die Waldheim-Debatte der Achtzigerjahre räumte sie mit dem Mythos der "sauberen Wehrmacht"


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