Willkommen in Belleville

MAYA McKECHNEAY | Kultur | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

FILM Sylvain Chomets Animationsfilm "Das Große Rennen von Belleville" kommt beim Erzählen seiner wunderbar verworrenen Geschichte ganz ohne Worte aus. 

Einen Animationsfilm machen, der sich so mir nichts, dir nichts nacherzählen lässt, kann kein Spaß sein - so mag der Franzose Sylvain Chomet gedacht haben, bevor er sich an das Großprojekt "Das Große Rennen von Belleville" ("Belleville Rendez-vous") begab. Also hat sich der Regisseur für eine völlig dialogfreie, heftig mäandernde Geschichte entschieden und für Settings, deren semi-gotische Verstiegenheit jegliche Übersichtlichkeit unterlaufen: ein Dampfer, dessen Bug steil in den Himmel ragt, Wohntürme, Wolkenkratzer, die Fritz Langs "Metropolis" würdig sind. Und erst die Körper: die Radrennfahrer mit ihren kielartigen Nüstern, die Mafiosi, breite Schränke mit kleinen Köpfen, und natürlich die Triplettes, Stars aus einer verblichenen Ära, deren Körper nur noch durch Kleidung und Make-up zusammengehalten werden.

  Kurz

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