Knalleffekt am Schluss

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

FILM Der emigrierte Wiener Drehbuchautor Walter Reisch (1903-1983) arbeitete mit Ernst Lubitsch zusammen und erhielt einen Oscar. Das Filmarchiv Austria würdigt ihn mit einer Retrospektive. 

Walter Reisch gehörte zu den schillerndsten Figuren der österreichischen Emigrantenkolonie im Hollywood der späten Dreißiger- und Vierzigerjahre. Der Drehbuchautor war Urwiener, charismatischer Geschichtenerzähler, überzeugter Kettenraucher und ein fürchterlicher Patriarch. Sein "Filmcredo", wusste das Pariser Tageblatt 1935 nach einem Gespräch mit Reisch zu berichten, "ist denkbar einfach: Er lehnt grundsätzlich und ausnahmslos jedwede Adaptierung eines bereits bestehenden Werkes ab (...) und schreibt ausschließlich Original-Manuskripte. ,Schreibt' ist allerdings nicht der richtige Ausdruck. Besser gesagt: Er quält sie sich ab, ringt mit dem Stoff, trägt ihn solange in sich, bis die Gedankenbilder schließlich doch gereift sind und die gewünschte Form angenommen haben. Die eigentliche


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