Schöner fremder Mann

Kultur | INGE PODBRECKY | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

KUNST Das Kunsthistorische Museum zeigt Werke des venezianischen Renaissancemalers Giorgione. Das berühmte Gewitterbild "La Tempesta" verließ zum ersten Mal Venedig. 

Der Maler Giorgio da Castelfranco, den man - angeblich wegen seiner Größe an Körper und Geist - Giorgione nannte, war kaum unter der Erde, als schon Isabella d'Este nachfragen ließ, ob seine Bilder zu haben wären. Isabella, Herzogin von Mantua, Humanistin, Sammlerin und Mittelpunkt eines der glanzvollsten Fürstenhöfe Italiens, erhielt zur Antwort, dass die Objekte ihrer Begierde für keinen Preis auf der Welt zu haben wären.

  Giorgione, oder Zorzon, wie er auf gut Venezianisch genannt wurde, hat sich von Anfang an jeder Festlegung entzogen. Geboren 1477 oder 1478 in Castelfranco Veneto, hat er vielleicht bei den venezianischen Altmeistern eine solide Lehre absolviert, vielleicht aber auch nicht. Er hat die Arbeiten Leonardos gekannt, wahrscheinlich auch die von Dürer, der sich 1494 bis 1495 in Venedig aufhielt,


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