KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

Selbst wenn sich die meisten Museumsbesucher über programmatische Belange nicht den Kopf zerbrechen, so werden sich doch viele über die aktuelle Schau in der Kunsthalle wundern. Für "Artavazd Peleschjan" (bis 25.4.) wurden im großen Saal eine Leinwand installiert und Sessel bereitgestellt; Kinoatmosphäre mag dennoch keine aufkommen. Die drei gezeigten Filme "Die Bewohner" (1970), "Die Jahreszeiten" (1972-75) und "Unser Jahrhundert" (1982) des 1938 geborenen armenischen Regisseurs Peleschjan werden als DVD anstatt als 35mm-Projektion gezeigt, was zu erheblichen Qualitätsverlusten führt. Gerade bei diesen aufwendigen Arbeiten, die das kinematografische Mittel der Montage eigenwillig nützen und die ganz auf ihre Bildsprache setzen, kommt eine Minderung der Schwarz-Weiß-Kontraste und der Körnung einer visuellen Entwertung gleich. Die Schau hätte man locker in zwei Vorstellungen des Filmmuseums untergebracht, wo man das Zielpublikum wohl auch besser erreicht hätte. Wer die Chance zu einer Begegnung mit dem wenig bekannten Werk Peleschjans trotzdem wahrnehmen will, dem sei das Ausstellungsgespräch mit Constantin Wulff und Andrei Ujica am 15.4. ab 18 Uhr empfohlen.

  Lassie ist der berühmteste Hund der Geschichte und kann insofern für jeden aufstrebenden Künstler nur ein Vorbild sein - auf diese Weise begründeten die Kunststudenten Lazar Lyutakov, Michael Part, Karine Fauchard und Florian Schmidt die Benennung ihres sympathischen Projektraumes Lassie (7., Zieglergasse 40), in dem bis Ende Mai jeden Freitagabend Kunst präsentiert wird. Karfreitag ist Pause, dafür gibt es am 12.4. einen Videoabend und am 16.4. stellen die kroatische Künstlerin Marcela Gjoni und Lassie-Betreiber Lyutakov großformatige Malerei aus.


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